Heute möchte ich mit euch meine innersten Gedanken, Emotionen und Zweifel teilen, was meine Religion betrifft. Wenn mich früher jemand gefragt hätte, wieso ich römisch katholisch bin, wüsste ich ehrlich gesagt nicht die Antwort darauf. Ich war sicher in meinem Glauben, aber unsicher was meine Religion betrifft.

Ich bin römisch katholisch erzogen worden. Meine Oma hat mir das Schutzengelgebet beigebracht und das war es eigentlich auch, was mir aktiv beigebracht wurde. Doch ich hegte schon immer, von klein auf, eine Art Verbindung zu Jesus. In Gedanken sprach ich oft mit ihm, ich dachte, ich erkenne Seine Stimme in meinem Innersten. Ich konnte zwischen meinen Gedanken und Seiner Stimme unterscheiden.

Wir besuchten oft Medjugorje, wo ich als Kleinkind eine Achtung vor der Muttergottes gewann. Irgendwie mochte ich die Vorstellung, die Zärtlichkeit und die liebevolle Art einer Mutter neben einem großen, mächtigen Gott. Der Rosenkranz war allgegenwärtig bei meiner Oma.

Ja, das Herzstück des Glaubens habe ich tatsächlich von ihr. Eine unbelesene, ungebildete Frau, die aber immer auf Gott vertraute. Ich weiß nicht, wie meine Oma zu ihrem Glauben fand, ob es ein Schicksalsschlag war oder ob sie es einfach nicht anders kennt, weil es bei ihrer Familie einfach so Brauch war, dass man zu Gott beten muss. Inwieweit ihre Gebete vom Herzen kommen, wie tiefgründig diese sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Doch die Ehrfurcht vor Gott schwingt in ihren Worten immer irgendwie mit.

Da ich meine ersten 4 Lebensjahre quasi bei meiner Oma aufwuchs, bekam ich den

Glauben wohl mit in die Wiege gelegt. Ich habe Gott nicht während meines

Erwachsenenlebens entdeckt, denn ich habe Ihn und Sein Wirken in meinem Leben von Zeit zu Zeit erkannt und erlebt. Ich habe meinen Glauben nie verloren und dann irgendwann wieder gefunden. Es war einfach normal für mich, Jesus, die Kirche, die Heiligen, die Muttergottes in meinem Leben zu haben.

Manchmal bewundere ich diejenigen, die Gott erst später in ihren Leben gefunden haben, bzw. verloren und dann wiedergefunden. Sie haben Ihn und Seine Liebe in einem bewussten Moment wahrgenommen und miterlebt, so dass ihr Brennen für den Heiligen Geist und Jesus, dem eines lebenslangen Gläubigen, in nichts nachsteht. Ja, ich wage es zu behaupten, dass der Glaube in den meisten Fällen sogar viel stärker ausgeprägt ist und tiefsinniger ist.

Je älter ich wurde, kamen logischerweise immer mehr Fragen auf. Alleine in der Schule, als ich bemerkte: Halt! Es sind nicht alle gläubig, nicht alle glauben an Gott, nicht alle gehen in die Kirche.

Ja sogar die wenigsten bzw. niemand aus meinem Freundeskreis aus der Schule. Dann überkam mich sogar Scham. Als ich sagte, ich war am Sonntag in der Kirche, wurde ich wie eine Außerirdische angeschaut.

Das Leben eines jungen Erwachsenen ist sehr vielseitig, zumindest war es so bei mir. Ich begann Jesus aus meiner “Freizeit” und aus meinem Freundeskreis herauszuhalten. Er gehörte einfach nicht dorthin. Ich lebte theoretisch ein Doppelleben, eines mit Jesus, eines mit der Welt und trennte diese voneinander.

Erfüllung fand ich darin keine, aber es war nun mal so. Warum war das so? Weil ich eigentlich nicht wusste, warum ich religiös bin. Ich hatte keine Antworten parat, um auf Fragen zu antworten, ich war, wie meine Oma, zu unbelesen, zu uninteressiert. Und dumm und naiv dastehen wollte ich nicht, wenn jemand aus Interesse gefragt hätte. Also machte ich mir das Leben leicht und trennte diese Welten. Wie ein fauler Gläubiger oder ein naiver Gläubiger, der alles, was man ihm präsentierte, für bare Münze hielt und es einfach so hinnahm und nichts hinterfragte. Ich war zu faul, um mich damit zu befassen, es gab so viel Interessantes in meinem Leben, dem ich mich widmen wollte, erleben wollte und sehen wollte. Wozu noch mich mit Gott und der Religion befassen, wenn ich doch weiß, dass er existiert und ich weiß, dass er da ist und sich um mich kümmert, ich habe es ja erlebt. Nur habe ich mich damals nicht viel um ihn gekümmert. Ich habe meine “Pflichten” als brave Christin zwar erfüllt, aber Jesus in alle Bereiche meines Lebens nicht rein gelassen. Habe ihn versteckt in meinem Herzen und dort feige und egoistisch für mich behalten.

Einige Schicksalsschläge und der erneute Beweis, dass Jesus für mich da ist und mich liebt, bewogen mich nun ENDLICH dazu, Ihm Stück für Stück die Türen zu allen Bereichen meines Lebens zu öffnen und zu Ihm zu stehen. Ich begann die letzten zehn Jahre, mich mit meiner Religion zu beschäftigen und zu vergleichen. Jesus ist ja nicht nur in der römisch katholischen Kirche. Also wieso stehe ich zu dieser katholischen Kirche? Sie hat keine weiße Weste. Zugegeben! Sie wurde erst um die 300 Jahre nach Christi offiziell anerkannt. Sie hat sich vielen Menschen mit Gewalt aufgezwungen und sie ist definitiv eine sehr lange Zeit den falschen Weg gegangen. Es gibt schwarze Schafe in der katholischen Kirche, diejenigen, die Vorbilder sein sollten, haben viele Fehler und Sünden begangen.

Nun, zum einen sind nicht unsere Vorfahren, unsere Priester und Nonnen die römisch katholische Kirche, sondern wir sind es. Alle gemeinsam.

1 Korinther, 12-22:

Wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. Auch der Leib besteht nicht nur aus e i n e m Glied, sondern aus vielen Gliedern. Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. Wären alle zusammen nur e i n Glied, wo bliebe dann der Leib? So aber gibt es viele Glieder und doch nur e i n e n Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht. Der Kopf wiederum kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. Im

Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich Jesus wollte auf der Erde eine Gemeinschaft haben, nicht nur Christen. Denn die Gefahr, dass daraus wieder Gruppen entstehen und jeder anfängt so zu leben, wie es ihm richtig erschien” (AT, Das Buch der Richter, 21,25) wäre zu groß.

Sind aber nicht alle Religionen und Konfessionen gleich gut und richtig? Nein, das habe ich ehrlich gesagt selbst auch lange geglaubt. Aber Paulus sagt uns was anderes im Brief an die Epheser 4, 5-7: Ein Leib und ein Geist, wie ihr ja auch berufen seid, zu einer Hoffnung eures Berufes. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen, und durch alles und in uns allen.

Wären alle Religionen gleich gut , müssten alle wahr sein. Dem ist aber nicht so, denn sie widersprechen sich, die eine lehrt was die andere als Lüge brandmarkt usw. Um das Jahr 1900 gab es allein in England 310 protestantische Sekten, ebenso viele in Amerika. Heute sind es 40.000 weltweit, Tendenz steigend. Der freie Christentum ist auf dem Vormarsch.

Die katholische Kirche hat Jesus Christus selbst gegründet, indem er Petrus folgende Worte sagte: “Du bist Petrus, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ (Matthäus 16, 13-18)

Er hat damit das Papsttum entwickelt, eine Hierarchie, eine Kirche, ein Glaube. Von den

Aposteln und Petrus angefangen, folgt Papst auf Papst und Bischof auf den Bischof. Die Kette ist nicht unterbrochen, kein einziges Glied fehlt. Der Name und die Regierungszeit eines jeden sind in der Kirchengeschichte angegeben. Jesus sagte zu den Apostel, den ersten Priestern Seiner Kirche: Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes; und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe; und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das

Ende der Welt. (Matthäus 28, 29-30)

Mit diesen Worten hat er dem Lehramt, dem Priestertum, seinen immerwährenden Beistand versprochen. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, damit er bei euch in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, und ihn nicht kennt. Ihr aber werdet ihn kennen; denn er wird bei euch bleiben und in euch sein. (Johannes 14, 20-24)

Der Tröster aber, der heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen,33 er wird euch alles lehren,34 und euch alles in Erinnerung bringen, was immer ich euch gesagt habe. (Johannes 14, 32-34)

Dies schreibe ich dir, obgleich ich hoffe, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber säume, damit du wissest, wie du im Hause Gottes wandeln sollst, das ja ist die Kirche des lebendigen Gottes, eine Säule und Grundfeste der Wahrheit. (1. Timotheus 3, 29-30)

In jeder katholischen Kirche befindet sich Jesus Christus zu 100 % im Tabernakel. Deswegen bekreuzigen wir uns, wenn wir an Kirchen vorbei gehen. Wir haben die Ehre jeden Sonntag von Seinem Leib zu essen, von Seinem Blut zu trinken. Wir dürfen bei jeder Kommunion Jesu Seele in uns empfangen!!!!!!! Wir tragen Ihn mit uns, in uns und können mit Ihm kommunizieren, denn Seine Seele bleibt so lange da, bis wir das wollen! Ist das nicht wunderbar?

Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. (Mattäus 26,26)

Die Kirche ist der mystische Leib unseren Herrn. Deswegen ist die Kirche, die Jesus gegründet hat, heilig. Die Sünden der Priester, der Gläubigen, der Bischöfe, unserer Kirche belasten die Kirche nicht, denn sie ist mystisch und heilig und ohne Makel. Dass sich Sünder in der Kirche befinden, ist klar, wir sind Menschen und wir sind nicht ohne Makel. Wir haben aber die Möglichkeit, beim Beichten unseren Ballast loszulassen. In welcher anderen Religion hat man diese Möglichkeit einer kostenlosen Therapie? 🙂

Jesus ist auf die Welt gekommen, um für dich, für mich, für deinen Vater, deine Mutter, dein Kind, für jeden einzelnen den neuen Bund zu schließen. Er ging für dich aufs Kreuz. Wieso stehst du nicht vor dem Kreuz?? Jeden Sonntag haben wir die Ehre vor DEM einen Kreuz, der ebenfalls in jeder katholischen Kirche hängt, Jesu Hingabe und Liebe auf Golgota für uns aufs Neue zu erfahren und zu erleben. Denn auf diesem Kreuz hängt er FÜR dich!!!!

DESWEGEN kann ich heute mit Stolz sagen, ich bin gläubig, ich bin religiös, ich bin katholisch!!!

 

F. B.