Margherita Lotti „Rita“, auch als Fürbitterin des Unmöglichen bekannt, kam in dem kleinen Dorf Roccaporena, ein kleines Dorf in Umbrien rund fünf km von Cascia entfernt, zur Welt. Ihre Eltern, bäuerlichen Hauses, empfingen das lang erbetete Kind in Liebe, Zuneigung und Fürsorge. Für die Jahre unüblich, erhielt sie auch eine umfangreiche Schul- und religiöse Bildung, die von Augustinermönchen begleitet wurde. Mit Sicherheit trug dieses Privileg seine Früchte sodass in klein Rita der Wunsch reifte, in den Augustinerorden einzutreten.

Vergebung und das Lieben der Feinde

Der Wunsch wurde allerdings bereits im Keim erstickt. Sie wurde mit einem Mann verheiratet, der weder mit der Kirche noch mit einem friedlichen Eheleben etwas anfangen konnte. Die darauffolgenden Jahre waren von Gewalt, Demütigung, Abweisung und Schmerz geprägt. In der heutigen Zeit würde man dies zweifellos als triftigen Scheidungsgrund ansehen. Rita hätte auch ihre Eltern zur Rechenschaft ziehen und sie mit ihrer Verwehrung konfrontieren können. Sie tat aber das, was Jesus getan hat! Sie liebte sowohl ihre Eltern als auch ihren Ehemann bedingungslos. Sie betete unermüdlich für seine Umkehr, ohne dabei auch nur einen Ton des Widerstandes von sich zu geben. Rita wartete jeden Abend, den Rosenkranz betend auf ihn, um ihn in Sicherheit zu wissen. Ist das nicht der schönste Liebesbeweis? Ich höre bereits die Vorwürfe des heutigen Zeitalters: Was für eine schwache Frau! Sei stark! Er hat dich nicht verdient! Meine Oma sagte mal, die Eheleute sind füreinander verantwortlich. Sie sind eins.

Rita erbat vom Herrn die Bekehrung ihres Mannes. Eines Mannes, der die Kirche und alles, was mit ihr kam, nicht sehen konnte. Eines Mannes, der als Tyrann betitelt und im ganzen Gebiet gefürchtet wurde. Dieser Mann kam eines Nachts weinend nach Hause und bat Rita aus tiefstem Herzen um Vergebung. Der Mann, der sich unendlich feindlich verhielt, wurde Ritas liebender Lebenspartner. Rita die vergibt, ohne darum gebeten zu werden, die liebt, ohne geliebt zu werden, die geduldig wartet, ohne Geduld zu empfangen. Stärke zeigt sich in der Vergebung, der Liebe und des Glaubens, das Jesus hört und handelt.

Widerstand

Über das ruhige Eheleben zogen jedoch schwere Wolken der Vergangenheit des Ehemannes auf. Als ehemaliger Anhänger einer Bande wurde dieser qualvoll ermordet. Die beiden Zwillingskinder des Ehepaars schworen Blutrache und wollten ihren ermordeten Vater so sühnen. Auch hier machte Rita ihr Gebet zur Waffe, um sie vor der Verdammnis zu schützen.  Die beiden Söhne starben letzten Endes an der Pest, bekehrten sich aber am Sterbebett noch zu Gott und schliefen friedlich ein. Als Witwe bat sie nun für die Verstorbenen sowie alle Familienmitglieder, damit auch sie vergeben und Frieden finden können. Das Leben der Heiligen Rita zeigt durchgehend, dass sie ihren Widerstand nie gegen den Menschen richtete, sondern gegen die Versuchung zu hassen. Die Angriffe Satans wehrt sie mit Gebeten, Fasten und endloser Liebe für ihre Mitmenschen bis an ihr Lebensende erfolgreich ab. Ihr Widerstand lag in der bewussten Entscheidung Jesus zu folgen und ihm gleich zu werden. Sie kam allen Menschen, genauso wie es Jesus uns zeigte, mit Ruhe und Güte entgegen.

Als die heilige Rita im Sterben lag und Jesus besonders nah war, bat sie um eine Rose aus dem Garten. Lasst uns mit ihr zusammen für die Verstorbenen, die Vergebung der Sünden und den Frieden beten. Lasst uns so viele Gebete sprechen, wie ein Rosenstrauß Rosen hat. Lasst die Gebete aus eurem Herzen blühen, damit sie dem Herrn persönlich überreicht werden.

Es gäbe so viel, was ich über die Heilige Rita erzählen könnte, allerdings würde dies den Rahmen allemal sprengen. Somit lade ich dich herzlichst ein, dich von der Biografie und des geistlichen Lebens der Heiligen inspirieren zu lassen!

Jelena Krizic

 

Literatur

https://www.vaticannews.va/de/tagesheiliger/05/22/hl–rita-von-cascia—augustinerin.html

https://www.bitno.net/vjera/devetnice/devetnica-svetoj-riti-svetici-nemogucega/