Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. ( Joh 13,14 )

Als Christus den Jüngern die Füße wusch, waren sie entsetzt. Petrus versuchte sogar, Jesu Dienst abzulehnen. Wie konnte ihr Lehrer und Anführer die unangenehme Arbeit erledigen, die oft an Diener und Sklaven delegiert wurde? Zu dieser Zeit und an diesem Ort trugen die Menschen Sandalen, während sie lange Strecken im Dreck und in der Hitze gingen. Wie ihr euch vorstellen könnt, war das kein Job, um den man sich unbedingt bemühte.

Im Lukas Evangelium liest man wie sich die Jünger darüber stritten, wer unter ihnen als der Größte gelten würde:

„Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte. Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener.“ (Lk 22, 24-27)

Jesus reinigte die Herzen der Jünger von selbstsüchtigem Ehrgeiz, tötete ihren Stolz und lehrte sie die Lektion der Liebe und Demut! Ich weiß nicht, wie es dir dabei geht, doch ich kann von mir behaupten, dass mir das „Dienen“ in der Ehe oft besonders schwerfällt oder zumindest schwergefallen ist. Doch gerade hier, haben wir reichlich Gelegenheit, „einander die Füße zu waschen“, ohne tatsächlich die Füße zu berühren.

Wer kennts nicht? Der Alltag – Arbeit, Haushalt, Arzttermine, Hobbys, denen man nachgehen und soziale Kontakte, die man pflegen möchte. Wenn man ein Kind hat, verdoppelt sich der ganze Stress noch einmal, geschweige denn wenn es mehr Kinder sind. Oft reicht nur ein nicht abgeräumter Teller oder eine leere Klopapierrolle und die „Wer leistet mehr? – Diskussion“ kann beginnen. Diese endet bei mir meistens mit dem Gedanken „Passt, ab jetzt mache ich nichts mehr!“ Na? Hast du dich wiedererkannt?

Ich möchte dich einladen, das nächste Mal, wenn es dazu kommt, die Gelegenheit zu nutzen, an das „Füße waschen“ zu denken, gegen den Stolz und Trotz anzukämpfen und dich in Demut zu üben. Zum Beispiel kannst du die vorgeschlagene Lösung deines Ehepartners für ein Problem ausprobieren, anstatt auf den eigenen Weg zu bestehen. In Demut kannst du dir respektvoll die Ermahnung oder Zurechtweisung deines Partners anhören, statt direkt auszuflippen und all die Fehler des Gegenübers aufzuzählen. Mit dem Herzen eines Dieners kannst du den Abwasch erledigen, auch wenn ER / SIE eigentlich „an der Reihe“ wäre. Du kannst der- oder diejenige sein, der/die Nachts mit dem kranken Kind aufsteht und das Erbrochene aufräumt.

Lasst JESUS die Brücke zu eurem Partner sein – aus Liebe zu IHM, wascht einander die Füße und ihr werdet sehen, welch großen Segen das „Dienen“ in eine Ehe bringen kann.   

Veronika Rajic